Keine Angst, wir sind weder Opfer von Schutzgelderpressern geworden noch fürchten wir uns vor gewaltbereiten G20-Gegnern. Aber:

Unser Innensenator Andreas („call me Andy“) Grote und die ihm unterstellten Polizeihäuptlinge tun seit Wochen genau das Gegenteil von dem, was ihre Aufgabe wäre: Sie schaffen mit öffentlichen Äußerungen ein Klima der Gewalt bzw. der Angst vor Gewalt im Zusammenhang mit dem sogenannten G20-Gipfel. Schon Anfang Mai hatte Grote gewarnt: Erdogan-Gegner sollten das Demonstrieren besser lassen, sonst könnte es ihnen passieren, von seinen Bodyguards verprügelt oder sogar totgeschossen zu werden.

Anfang Juni legte Andy-mit-Ypsilon nach: Der Verfassungsschutz berichtet von Nazis und Salafisten auf dem Vormarsch und stellt fest, dass die Zahl der Straftaten, die der extremen Linken zuzuordnen sind, um 50% zurückging. Das ficht unseren obersten Staatsschützer aber nicht an. Grote sieht das „Bedrohungspotenzial auf der extrem linken Seite“. G20 sei Mobilisierungsanlass für die militante Linke. Und: Wer sich von deren Gewalt nicht distanziere, mache sich verdächtig.

Während man für Wohl und Sicherheit der Staatschefs und ihrer Entourage ganze Stadtviertel zu demonstrationsfreien Zonen erklärt, will man auswärtigen Globalisierungs-Gegnern am liebsten verbieten, im Stadtgebiet zu campieren. Immer unter Hinweis darauf, dass es der Mobilisierung zu Gewalttaten dient.

Es geht mir sowas von auf den Senkel! In allen Teilen der Welt wird Menschen Gewalt angetan, und nicht wenige derjenigen, die im Juli in Hamburg bewirtet werden, gehören zu den Tätern. Man muss aber gar nicht mit dem Finger auf Trump, Erdogan und Putin zeigen: Jedes fünfte Kind in Hamburg, einer der reichsten Städte der Welt, lebt – nach offiziellen Zahlen – unterhalb der Armutsgrenze. Was, frage ich Euch, ist das Werfen eines Pflastersteins in ein Schaufenster im Vergleich zur ein Leben lang wirkenden Gewalt, die diesen Kindern angetan wird?

WeingutWein bleibt am 8. Juli geschlossen, weil ich mal wieder demonstrieren gehe. Eigentlich dachte ich, aus dem Alter sei ich raus, aber die Wut ist groß genug.

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