Das für Oktober geplante Degustationsmenü musste leider ausfallen, aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben. Außerdem schmeckt, was man im Oktober essen und trinken mag, auch noch im November. Deshalb holen wir es nach, und zwar am

          Samstag 11. November  20.00 Uhr

Amuse Gueule / 2016 Sancerre Blanc – Tinel Blondelet, Loire

Getrüffeltes Steckrübensüppchen mit Croutons und Tiroler Speck   /  2015 Kolbenhofer Vernatsch – Hofstätter, Südtirol

Rote Bete Carpaccio mit Büffelmozzarella auf Herbstsalaten  /  2013 Prieure de Cenac Cahors AOC

Geschmorte Ochsenbacke mit Steinpilzpolenta und glacierten Möhren  / 2013 Barbera d’Alba San Michele –  Malvirà, Piemont

Feigen mit Ziegenkäse, Walnuß und Thymianhonig / Blanc de Noir Sekt Brut – Wilhelmshof, Pfalz                                                    

Preis pro Person incl. Wasser und Kaffee € 39,00                                                Anmeldungen unter 4321 5940 oder per email

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Fronkreisch…

Franzosen trinken keinen Wein aus Deutschland, Italiener auch nicht. Ganze 2,5% der deutschen Weinexporte gehen nach Frankreich, Italien taucht in der Statistik nicht mal auf. Sie glauben, aus anderen Ländern könne kein trinkbarer Wein kommen, weil sie die Einzigen sind, die es draufhaben mit dem Wein machen. Deshalb – und weil es früher genug Andere auch geglaubt haben – sind Weine aus der Toskana oder dem Bordelais so unverschämt teuer. Von ihren unangemessenen Profiten kaufen die französischen und italienischen Weinproduzenten sich dann teure Anzüge von Cardin bzw. Armani und machen auf internationalen Weinmessen den dicken Max. Auf der Düsseldorfer Messe „Prowein“ mache ich seit Jahren einen Bogen um die Frankreich- und Italien- Hallen, in denen arrogante Schnösel einem das Gefühl geben, dass, wenn man was von ihnen will, erst mal ihre Sprache lernen sollte. Deshalb gibt es bei mir keine Weine aus der Toskana, auch keine Bordeauxweine. Inzwischen gehört ja das halbe Bordelais den Chinesen, und die andere Hälfte ächzt unter der Krise, aber die Winzer sehen keinen Anlass, ihre Nasenhöhe den veränderten Verhältnissen anzupassen.

Aber Frankreich ist nicht nur Bordeaux, wie Deutschland nicht nur Bayern ist, und ich will nicht nur blöd rumpolemisieren, sondern lieber konstruktiv zur Verbesserung der französischen Außenhandelsbilanz beitragen: Ich führe neue Weine aus Frankreich ein.

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Fronkreisch!

wir haben uns schwer getan in den letzten Jahren mit Sancerre & Co, mal war der eine Jahrgang toll, der nächste aber nur mäßig, ein andermal hat das Weingut die Preise so drastisch erhöht, dass wir nicht mehr mitwollten. Neuer Versuch: In der Domaine Tinel-Blondelet in Pouilly-sur-Loire macht Winzerin Annick Tinel in siebter (!) Generation Wein aus den besten Lagen in denAOC Sancerre und Pouilly. Sehr authentisch sind ihre Sauvignon Blancs mit den typischen Rauch- und Feuersteinaromen, und: die Weine haben Potential, halten über Jahre ihre Qualität. Nicht zuletzt im Hinblick auf bevorstehende Festtage sei angemerkt, dass es nichts Besseres zum Runterspülen von Krebsen, Hummer & Co gibt als einen schönen Sancerre oder Pouilly-Fumé.

Tinel-Blondelet, Loire:    2016 Sancerre Blanc – € 15,50      2015 Pouilly-Fumé –  € 16,90

Ganz anderen Charakters sind unsere nächsten Neuzugänge. Tiefrot, fast schwarz laufen sie ins Glas, die „schwarzen Weine von Cahors“. Pünktlich zur beginnenden Wildsaison haben wir ein paar echt starke Dinger entdeckt. Malbec heißt die Rebsorte, die hier im Südwesten Frankreichs ihren Ursprung hatte, bevor sie ihren Siegeszug in Südamerika antrat, und mit kraftvoller Fülle und komplexen Aromen für echte Aha-Erlebnisse sorgen kann. Früher war der Malbec übrigens Bestandteil vieler hochklassiger Bordeauxgewächse, bevor er vom pflegeleichteren Merlot verdrängt wurde. Heute zählt die Region Cahors zu den aufregendsten Anbaugebieten überhaupt. Die Weine profitieren von der Mischung aus mediterranem und atlantischem Klima, viel Sonne und frischen Herbstwinden. Und wer glaubt, hier kommen ein paar Alkoholbomben mit Gerbstoff, dass Du denkst, Dir ist gerade die ganze russische Armee mit Wollsocken über die Zunge gelaufen, der irrt: fein eingebunden sind die Tannine, vielschichtig und harmonisch die Weine, und mit 13% Alkohol absolut im grünen Bereich.

2011 Chateau La Coste Cahors AOC  € 8,90      (Nuss- und Röstaromen, kraftvoll schön)

2013 Prieure de Cenac Cahors AOC  € 12,50     (Kakaoduft, weich und samtig am Gaumen)

Und dann haben wir noch einen neuen Wein aus dem etwas weiter südlich gelegenen GebietMadiran im Regal, auch ein kleines Kraftpaket mit enormer Komplexität:

2012 Cru du Paradis Madiran Tradition  € 9,80  (Kräuteraromen, kernige Tannine)

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JEDEN  FREITAG  AB 18.30 UHR  BEI WEINGUTWEIN  –  ABENDBROT

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PS: Während unseres letzten Urlaubs konnten wir unsere investigative Fotoreportage über das europäische Bankenwesen um einige schockierende Details ergänzen, das Ergebnis kann manhier sehen.

 

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